Welche Zertifizierungen im Projektmanagement?

PMP®, CAPM®, GPM-IPMA oder PRINCE2 - was kostet das?

Im Projektmanagement gelten Personen-Zertifizierungen heute nicht mehr als außergewöhnlich oder exotisch, sondern werden zunehmend ein fester Bestandteil einer Karriereplanung.

Aus Sicht von Arbeit- und Auftraggebern werden Zertifizierungen im Projektmanagement als willkommenes Signal für Professionalität wahrgenommen und in Ausschreibungen und Stellenangeboten häufig auch gefordert. Diese Signalwirkung ist für die einzelnen Zertifizierungen unterschiedlich wie übrigens auch die Wertigkeit von Zertifizierungen.

Der Markt ist inzwischen fast unüberschaubar, aber es sind darin doch einige Schwergewichte hinsichtlich Bekanntheitsgrad und Häufigkeit erkennbar.

Im Folgenden sind die wichtigsten Zertifizierungen für Projektmanager vorstellt. Zudem finden Sie auch Empfehlungen für ein Budget, mit dem Sie für die Prüfungsvorbereitung und -durchführung rechnen sollten. Diese Budget-Angaben basieren auf eigenen Kenntnissen, aber auch auf den Angaben der jeweiligen Anbieter und den Erfahrungen unserer Kunden. Die Budgetangaben sind auf ganze Hundert bzw. Tausend Euro aufgerundet, schließen aber eventuelle Reisekosten nicht mit ein und sind ohne Gewähr.

 

Video: Projektmanagement Zertifizierungen Vergleich - Was Sie als Projektmanager über Zertifizierungen wissen sollten, mit Oliver F. Lehmann (Webinar vom 2/2017)

Project Management Professional (PMP)®

Diese Zertifizierung wird vom PMI®, dem Project Management Institute in USA, herausgegeben.

Voraussetzungen sind 36 Monate/4.500 Stunden Projektmanagementerfahrung für Personen mit mindestens Bachelor-Abschluss, oder 60 Monate/7.500 Stunden Projektmanagementerfahrung für Personen, die über ein Äquivalent zum US-Highschool-Degree (bei uns: ca. Fachhochschulreife) als höchsten Bildungsabschluss verfügen.

Außerdem werden 35 „Contact Hours of Project Management Education“ gefordert, die die meisten Kandidaten im Rahmen eines 5-tägigen Vorbereitungsseminars sammeln.

Der Prüfung ist ein Computertest mit überwiegend situativen Fragen, der aus 200 Fragen besteht, die innerhalb von 4 Stunden zu beantworten sind.

Ein Vorteil des Computertests ist die internationale Ausprägung: Die Prüfung ist weltweit identisch, was die Zusammenarbeit mit ausländischen Kollegen durch gemeinsame Terminologie und übereinstimmendes Verständnis in Vorgehensweisen und Methoden erleichtert.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich für die Prüfung nicht an feste Termine mit Assessoren halten muss, sondern einen Prüfungsplatz in einem Prüfungszentrum zu einem passenden Termin auswählen kann.

In Deutschland kann die Prüfung zur PMP-Zertifizierung in 4 Prüfungszentren in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München die PMI-Zertifizierung abgelegt werden.

Es gibt für die PMP-Zertifizierung deutsche Übersetzungen zu den Quelldokumenten und zur Prüfung, so dass man sie auch ohne perfekte Englischkenntnisse ablegen kann.

Budget: € 2.800


Certified Associate in Project Management (CAPM
)®
 

Der CAPM ist eine Zertifizierung für Einsteiger im Projektmanagement, die ebenfalls vom PMI herausgegeben wird.

An Voraussetzungen werden entweder 1.500 Stunden Erfahrung im Projektmanagement oder alternativ 23 „Contact Hours of Project Management Education“ gefordert, so dass man die Prüfung auch als Anfänger ablegen kann.

Viele CAPM-Kandidaten nutzen zur Vorbereitung auf die Prüfung eine PMP-Vorbereitung, die zwar im Moment die Prüfungsanforderungen überschreitet, die aber weitere gültig bleibt, so dass man bei einem späteren „Upgrade“ auf den PMP diese Anforderung bereits erfüllt hat.

Sofern man die 1.500 Erfahrungsstunden belegen kann, kann man sich auch im Selbststudium auf die Prüfung vorbereiten.

Auch die CAPM-Prüfung wird als Computertest abgelegt, es gibt aber weitere Computerzentren, wo man sie durchführen kann.

Budget: € 3001  bis € 2.5002

GPM-IPMA Level A – D
 

Es handelt sich hierbei um eine Reihe von Zertifizierungen, die spezifisch von der deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) herausgegeben werden.

Die GPM ist Mitglied im internationalen Dachverband IPMA (International Project Management Association), wo diese Zertifizierungen mit den jeweils eigenen Zertifizierungen der jeweiligen Länderverbände harmonisiert und gegenseitig anerkannt sind.

Die bei der GPM populärste Zertifizierung ist die Level-D-Zertifizierung, bei der GPM als „Zertifizierte(r) Projektmanagement-Fachmann/-frau“ bezeichnet. Bei der IPMA heißt diese Zertifizierung „Certified Project Management Associate“.

Die Prüfung besteht aus mehreren Bestandteilen (mündlich, schriftlich, Essay). Sie wird durch Assessoren der GPM entweder in Nürnberg oder, eine ausreichende Anzahl von Kandidaten vorausgesetzt, in dem Unternehmen abgenommen, das die Zertifizierungsmaßnahme unterstützt.

Budget: € 4.7003

PRINCE2 Foundations und Practitioner
 

Diese Zertifizierungen werden vom Unternehmen Axelos herausgegeben, an dem unter anderem die britische Regierung beteiligt ist. Sie belegen die Kenntnis einer spezifischen PRINCE2 Methodik.

Die Kenntnis ist vor allem sinnvoll in Organisationen, die diese Methodik einsetzen. Die niedrigen Anforderungen an Ausbildung und Erfahrung und die geringen Kosten der Zertifizierung haben ihr eine hohe Popularität gegeben.

Budget: € 2004

Weitere Zertifizierungen

Weitere Zertifizierungen gibt es zu Spezialthemen im Projektmanagement, wie z.B. zu
- zu agilen Methoden,
- zu Risikomanagement oder
- zu Terminplanung.

Auch Six-Sigma-Zertifizierungen lassen sich hierunter nennen, ein Verfahren, Projektmanagement für Qualitätsverbesserungsprojekte einzusetzen.

Oder die Zertifizierung zu V-Modell/V-Modell XT, die im Grunde ein deutsches Pendant zu PRINCE2 darstellen, aber nicht dessen Popularität erlangt haben.


Was bringen die Zertifizierungen monetär in Deutschland?

Es gibt eine Gehaltsstudie der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement5 aus dem Jahr 2013. Diese erlaubt interessante Einsichten in die Wertigkeit der Zertifizierungen.

Am höchsten bewertet werden darin die Level-A- und Level-B-Zertifizierungen der GPM, gefolgt von der PMP-Zertifizierung.

Einige Durchschnittsgehälter von zertifizierten Personen liegen sogar unter denen von nicht-zertifizierten Projektmanagern. Dies mag damit zu tun haben, dass sie eher von Berufsanfängern erlangt werden.

Die Studie der GPM, ähnlich wie die internationale Salary Survey des PMI, bestätigen nämlich auch, dass Zertifizierungen kein Ersatz für Erfahrungen aus der Praxis sind.

Sie sind ein Signal für Arbeit- und Auftraggeber, dass sich eine Person mit Projektmanagement befasst hat und diese Disziplin als wesentlichen Bestandteil ihrer beruflichen Karriere sieht. Die Auseinandersetzung mit dem „richtigen Leben“ kann einem Projektmanager oder einer Projektmanagerin aber niemand abnehmen. Dieses Signal hat aber dennoch für Unternehmen einen Stellenwert, der sich für die zertifizierte Person auch im Gehalt niederschlägt.

Autor: Oliver F. Lehmann, M.Sc., PMP

1 Für Selbststudium
2 Bei Vorbereitung mit PMP-Training
3 Für Level D; höhere Level haben andere Gebühren
4 PRINCE2 Foundations
5 Siehe http://www.gpm-ipma.de/fileadmin/user_upload/Know-How/studien/131014_GPM-Gehaltsbrosch%C3%BCre_web.pdf#page=13

----------------
“PMI”, “PMP”, “CAPM”, “PMBOK”, and the Registered Education Provider Logo are registered marks of Project Management Institute, Inc.

Microsoft Project Seminar
Logo PMI Munich Chaper

Die Termine in 2018 /2019:

PMP Vorbereitung
23.-27.07.2018 ausgebucht
03.-07.09.2018
ausgebucht
26.-30.11.2018 ausgebucht
11.-15.02.2019
01.-05.04.2019
24.-28.06.2019
26.-30.08.2019
14.-18.10.2019
02.-06.12.2019

Scrum-Grundlagen
03.-05.04.2018 ausgebucht
03.-05.07.2018 ausgebucht

29.-31.10.2018 findet sicher statt
29.-31.01.2019
24.-26.04.2019
02.-04.07.2019
29.-31.10.2019

PMI-ACP Vorbereitung
23.-25.10.2018 findet sicher statt
11.-13.03.2019
10.-12.09.2019
19.-21.11.2019