7 Projektmanagement-Trends in 2022 – wohin geht die Reise?

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Welche Projektmanagement-Trends gibt es künftig in Bereichen wie Ressourcenplanung, Kollaboration, Methodik und Tools? Wie werden sich die Rollen der Beteiligten im Projektumfeld ändern? Und was kommt auf das PMO an neuen Herausforderungen zu?

In diesem Artikel werfen wir einen Blick nach vorne auf die kommenden Jahre im agilen, klassischen und hybriden Projektumfeld. Die Trends gelten aber nicht für alle Branchen und Arten von Projekten in gleicher Weise. Wir führen eigene Erfahrungen mit den Informationen aus öffentlichen Quellen zusammen und leiten daraus die wesentlichen Punkte ab. Auf der Basis dieser Einschätzungen und Prognosen können Sie selbst die passenden Weichenstellungen für Ihre Projektmanagement-Umgebung vornehmen.

Unser Ziel: Sie genießen das gute Gefühl, Ihre Projektwelt wirklich im Griff zu haben.

Diese Themen warten auf Sie:

Los geht’s!

Einige aktuelle Studien

Projektmanagement-Trends

Fehlende Fachkräfte in den MINT- Berufen (Handelsblatt: MINT-Report 2021)

Die Welt hat sich in den letzten Jahren stark verändert – nicht zuletzt durch die COVID-19-Pandemie, Digitalisierung oder den Klimawandel. Und das wirkt sich auch auf unsere Berufswelt aus.

So betitelte das Handelsblatt seinen Bericht zum MINT-Reporting vom November 2021 mit den Worten: „Mehr als 275.000 fehlende Fachkräfte – Mangel an Experten schon jetzt größer als vor Corona“. Eine massive Lücke in der Zukunft, die die Arbeitswelt vor neue Herausforderungen stellt.

Projektmanagement-Trends

Die vier Kategorien der Future Skills (Quelle: Stifterverband / McKinsey: Future Skills 2021)

Das wirkt sich auch auf die Kompetenzen aus, die von Beschäftigten verlangt werden – die sogenannten „Future Skills“. Zu diesem Thema veröffentlichten der Stifterverband und McKinsey & Company vor Kurzem das „Future Skills Framework 2021“. Demnach unterscheidet man hier vier Kategorien:

  • Klassische Kompetenzen
  • Digitale Schlüsselkompetenzen
  • Technologische Kompetenzen
  • Transformative Kompetenzen
Projektmanagement-Trends

Klassische, transformative und digitale Schlüsselkompetenzen geordnet nach dem Anteil der Befragten, die diese heute / in fünf Jahren als wichtig erachten, in Prozent / Prozentpunkten (Quelle: Stifterverband / McKinsey: Future Skills 2021)

Die Umfrage unter 500 Unternehmen und Behörden des öffentlichen Sektors in Deutschland zeigt, dass die Befragten die Wichtigkeit der einzelnen Kompetenzen heute anders bewerten als in der Zukunft.

Vor allem die Kompetenz Lösungsfähigkeit wurde von den Befragten als wichtig erachtet, sowie unternehmerisches Handeln und Eigeninitiative, Resilienz und Kreativität. Und genau diese Kompetenzen werden laut der Umfrage in den nächsten Jahren zunehmend an Wichtigkeit gewinnen.

Auch die digitalen Schlüsselkompetenzen rücken mehr und mehr in den Fokus sowie agiles Arbeiten.

Doch welche Projektmanagement-Trends lassen sich aus diesen Entwicklungen ableiten? Steigen wir ein in unsere Prognosen.

Trend 1: Ressourcenplanung wird immer wichtiger

Die aktuellen Studien und Umfragen zeigen deutlich, dass Ressourcenplanung im Projektmanagement immer wichtiger wird – auch in den obersten Etagen. Alle Rollen müssen eingebunden werden.

Projektmanagement-Trends

Die drei Ebenen der unternehmensweiten Ressourcenplanung (strategisch, taktisch, operativ) und die Aufgaben der beteiligten Rollen

Project Management Office (PMO)

So übernimmt z.B. das PMO immer mehr die Koordination des Ressourcenmanagements neben Teamleitern und Projektleitern. Gemeinsam mit den Entscheidern muss diese zentrale Stelle vorausschauend Kapazitäten mit den geeigneten Fähigkeiten bereitstellen.

Teamleiter

Die Teamleiter kümmern sich vermehrt um eine permanente Weiterbildung. Wissen kann z.B. durch eine Umschulung des Personals stetig erweitert werden. Ziel sollte es sein, Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Ein Ausbau des eigenen Wissens stärkt dabei nicht nur die Bindung zum Unternehmen, sondern sorgt zudem für Zufriedenheit der Mitarbeiter – denn auch Zufriedenheit wird in Bezug auf den eigenen Job immer wichtiger im schnelllebigen Arbeitnehmermarkt.

Projektleiter

Die Projektleiter kümmern sich immer mehr um eine Lösungsfindung für klare Ziele und soziale Kompetenzen. Klassischerweise konnte früher mit dem Projektauftrag ein klares Ziel definiert werden. Heutzutage lässt sich dieses allerdings oft nicht komplett definieren, was einen anderen Umgang mit der Thematik erfordert. Zudem steigt durch die stetig wachsende Anzahl von Projekten auch die Verantwortung der Projektleiter, sich um alles ausreichend zu kümmern.

Teammitglieder

Um all dies zu meistern, ist ein ehrlicher Umgang der Teammitglieder mit Unklarheiten, Unwissenheit und Terminen gefordert. Schließlich ist der Hauptgrund für erfolglose Projekte das Verfehlen von Zielen oder dass diese nicht klar definiert wurden.

Unser Tipp: Gute Ressourcenplanung funktioniert nur gemeinsam – im Zusammenspiel zwischen Projektleiter, Teamleiter, Teammitglied und PMO. Schaffen Sie die Voraussetzungen bei Prozessen und Tools.

Ressourcenplanung muss vollständig und gut genug sein

Leider ist in den meisten Branchen und Unternehmen keine Entspannung bei der Ressourcensituation in Sicht. Die einen haben immer noch zu wenig Mitarbeitende, die anderen plötzlich zu viele. So geht der Trend zur Optimierung der Auslastung vorhandener Mitarbeiter ungebrochen weiter. Die Verantwortlichen müssen versuchen, das Unplanbare planbar zu machen.

Dazu müssen sie mindestens wissen, womit die Mitarbeitenden derzeit beschäftigt sind – nicht nur in Projekten, sondern auch in der Linie.

An der Einbindung der Teamleiter in den Abstimmungsprozess zwischen Projekt und Linie führt kein Weg vorbei. Nur wenn beide Perspektiven betrachtet werden, entsteht eine vollständige und somit auch belastbare Ressourcenplanung.

Dazu kommen in immer kürzeren Abständen neue Anforderungen für weitere Projekte und künftige Wissensgebiete. Diese sind noch flexibler in der strategischen Kapazitätsplanung zu berücksichtigen.

Lesetipp: Ressourcenplanung einführen im Projektumfeld – 6 Schritte zum Erfolg

PMOs und Portfoliomanager wünschen sich daher eine noch bessere Unterstützung bei der variablen Planung von Szenarien. Sie müssen den Prioritäten und Verfügbarkeiten der nächsten Monate und Jahre entsprechend entscheiden, welche Projekte wann neu zu starten sind. Manche müssen auch sehr flexibel Projekte verschieben und sich den neuen äußeren Umständen beugen.

Dafür ist eine grobe, aber vollständige Ressourcenplanung besser als eine präzise Planung in nur manchen Projekten. Der Ansatz „Vollständig und gut genug“ wird immer öfter akzeptiert. Und immer mehr Unternehmen wenden sich im Zusammenhang mit der Ressourcenplanung von Excel ab, weil dieses Tool hier einfach zu unflexibel ist. Spezielle Tools zur Ressourcenplanung sind hier viel besser geeignet.

Unser Tipp: Planen Sie Ihre Ressourcen besser grob und vollständig (alle Linientätigkeiten, Abwesenheiten, Projekttätigkeiten) als detailliert in einigen Projekten, aber insgesamt unvollständig.

Projektmanagement-Trends

Vollständige Ressourcenplanung im Team mit Linien- und Projekttätigkeiten sowie Abwesenheiten für jedes Teammitglied (am Beispiel von TPG TeamManager)

Projektmanagement-Trends

Professionelle Ressourcenplanung im gesamten Unternehmen im Zusammenspiel aller beteiligten Rollen (am Beispiel der TPG Tools)

Social und Soft Skills für das Projektmanagement der Zukunft

Wenn Sie im Projektumfeld tätig sind, dann sollten Sie noch einige wichtige Hinweise zu Social und Soft Skills berücksichtigen. Damit sind Sie besser für die künftigen Trends im immer komplexeren Projektumfeld und anspruchsvoller werdenden Ressourcenmanagement gerüstet:

  • Sehen Sie hinter dem Begriff „Ressourcen“ die Menschen, keine Dinge
  • Fördern Sie die Kreativität in der Lösungsfindung
  • Erlauben Sie Fehlversuche und kalkulieren Sie diese ein
  • Schaffen Sie Vertrauen als Basis für die ehrliche Einschätzung der Umstände und Aufgaben
  • Sorgen Sie für weniger Stress in Projekten, verursacht durch Unsicherheiten (ich kenne mich nicht aus, wir werden nicht fertig etc.)
  • Schaffen Sie ein Umfeld, in dem sich die Teams wohlfühlen und nicht weglaufen wollen
  • Insgesamt geht die Entwicklung immer mehr dahin, dass Projektmanager zu Teamleitern werden (müssen) – „You can manage things, but you have to lead people”. Und warum ist das so? Aus Unternehmenssicht gilt in der Zeit knapper werdender Fachkräfte immer mehr: „The most important things are no things”.

Die Umfrage im TPG Webinar am 26. Januar 2022 bestätigte die Wichtigkeit der Schmerzpunkte im Ressourcenmanagement: Probleme bei Prozessen, Personal, Skills und Tools sind weit verbreitet.

Trend 2: Das Teilen von Wissen nimmt weiter zu

Sie kennen es sicher: „Gurus“, die als „Single Source“ wichtiges Wissen für sich behalten, produzieren Engpässe in der Ressourcenplanung.

Projektmanagement-Trends

Feste Teams und Stellvertreter unterstützen das Verteilen von Wissen

Verfügen Sie über zu wenige geeignete Personen mit ähnlichem Wissen, die sich gleichzeitig einsetzen lassen, so führt dies zu Ressourcenkonflikten. Je ähnlicher die Fähigkeiten der zur Verfügung stehenden Personen sind, desto einfacher ist es, sie einzuteilen. Konflikte reduzieren sich somit automatisch.

Das funktioniert allerdings nur, wenn das Wissen auch wirklich geteilt wird. Das Problem ist also nicht die eigentliche Zahl der Personen, sondern die Engpässe bei bestimmten Fähigkeiten.

Allein ist man zwar vorübergehend schneller, gemeinsam kommt man auf Dauer aber weiter. Diese Denkweise ist in agilen Umgebungen völlig normal. Für viele etablierte klassische Organisationsstrukturen ist das beschriebene Umdenken aber eine sehr große Herausforderung.

Diese Entwicklung bezüglich des Teilens von Wissen setzt sich branchenunabhängig immer weiter durch und wird als Projektmanagement-Trend zunehmend von den jüngeren Generationen vorgelebt.

Unser Tipp: Stellen Sie sicher, dass das Wissen wichtiger Experten auf mehrere Köpfe verteilt wird.

Trend 3: Agile und hybride Methoden gewinnen weiter an Bedeutung

In der klassischen Projektmanagementwelt erfolgte bisher eine wechselnde Zuordnung zu Projekten in verschiedenen Teams. Diese Vorgehensweise gestaltet sich jedoch immer problematischer. In der agilen Welt hingegen bleiben Teams für möglichst viele Iterationen konstant. Sie arbeiten wirklich gemeinsam an nutzbaren Ergebnissen.

Bei der klassischen Planung ist der Wechsel zwischen Projekten schwieriger als bei der gleichgetakteten agilen Planung

Die Machbarkeit und der Umfang der angestrebten Ergebnisse wurde von den agilen Teams vorher selbst geschätzt und in Sprints eingeteilt. So wird viel klarer, was sich wirklich erreichen lässt und was nicht. Jeder weiß, wer was kann, worauf man sich verlassen kann und was eher unsicher ist. Auch fällt den Teammitgliedern das Teilen von Wissen in einem gleichbleibenden vertrauten Team viel leichter.

Immer mehr Unternehmen übernehmen diese Vorgehensweise mit Erfolg. Agile Methoden gewinnen also auch in Zukunft immer mehr an Bedeutung.

Unser Tipp: Beschäftigen Sie sich mit agilen Methoden und überlegen Sie, was Sie davon in Ihr Unternehmen übernehmen können – z.B. eine getaktete Planung von Teams.

Hybride Ansätze in der Projektdurchführung

In unserer schnelllebigen Welt ist es wichtiger denn je, auf den Nutzen zu schauen, und nicht auf eine Spezifikation. Bei agilen Methoden steht das Endprodukt von Beginn an im Fokus. Jedoch herrscht Ergebnisoffenheit und der Nutzen wird regelmäßig hinterfragt. Dies kann schließlich zu einem anderen Endprodukt führen als geplant, mit dem aber alle zufrieden sind.

Dieses agile Vorgehen verhindert bei dafür geeigneten Projekten (ein Staudamm wäre hier nicht geeignet), dass am geänderten Bedarf „vorbeientwickelt“ wird. Dies kann beim klassischen Projektmanagement passieren, falls sich die Rahmenbedingungen während der Projektlaufzeit ändern.

Ergebnisoffenheit kann bei dafür geeigneten Projekten höheren Nutzen bringen

Die Projektleiter verantworten den Nutzen des Projektergebnisses. Der Trend geht klar in die Richtung, besser früher zu erkennen, wenn man daneben liegt („fail cheap“) oder schon früher einen Nutzen zu stiften.

Oft sind hybride Ansätze, die die Vorteile der agilen mit der klassischen Welt verbinden, die richtige Lösung für geeignete Projekte. Die folgende Grafik zeigt die Kombination einer klassischen Meilenstein-Planung mit einer regelmäßig getakteten Sprint-Planung. Die Sprints müssen dabei immer die Ergebnisse für den nächstgelegenen Meilenstein liefern.

Kombination von klassischen und agilen Methoden bei geeigneten Projekten

Unser Tipp: Machen Sie sich schlau, welche Ihrer Projekte für hybride Ansätze geeignet wären und wie diese Kombination bei Ihnen genau aussehen könnte.

Lesetipp:  Hybrides Projektmanagement – Wie Sie agile und klassische Methoden verbinden (mit PDF-Download)

Trend 4: Homeoffice und hybrides Arbeitsumfeld bleiben

Microsoft veröffentlichte vor kurzem den ersten jährlichen Work Trend Index im Jahr 2022. Dieser gibt Einblicke in das Wohlbefinden von Beschäftigten in einer Remote-Arbeitswelt und zeigt, worauf Führungskräfte jetzt besonders achten sollten.

 

Arbeitnehmer fordern auch künftig das Beste aus beiden Welten des Arbeitens im Office und Homeoffice (Quelle: The Work Trend Index, Microsoft)

Durch Corona sind große Teile der Belegschaft ins Homeoffice gewechselt und wollen dort auch bleiben. Andere hingegen missen die Kommunikation zwischendurch, z.B. an der Kaffeemaschine oder im Flur.

Es zeichnet sich ein deutlicher Trend auch für das Projektumfeld der Zukunft ab: Die richtige Mischung aus Homeoffice und Büro will gefunden werden, um den Ansprüchen der Arbeitnehmer gerecht zu werden und sie zu behalten. Hier müssen sich die Unternehmen anpassen.

Unser Tipp: Halten Sie bei Homeoffice-Arbeit Regelmeetings für inhaltliche Themen öfter und kürzer ab. Persönliche Calls helfen Ihnen dabei zu spüren, wie es dem Team geht. Ausgeschaltete Kameras sorgen im virtuellen Meeting nur für Distanz. Schalten Sie die Kamera ein und ermutigen Sie auch ihre Kollegen für einen menschlicheren Umgang mit dieser neuen Situation.

Trend 5: Change Management wird wichtiger

Der Unterschied zwischen Projekt- und Change Management

Im Rahmen der Digitalisierung werden organisatorische Änderungen oft als Projekte durchgeführt. Dabei läuft gerne etwas falsch. Das Einführen eines neuen Software-Tools bringt z.B. oft nicht den gewünschten Nutzen, weil die späteren Nutzer nicht gebührend abgeholt, vorbereitet und mitgenommen wurden.

Damit Projekte erfolgreich sein können, ist es unerlässlich, parallel zur inhaltlichen Umsetzung auch den Veränderungsprozess in der Organisation gebührend zu behandeln. Und das ist die Aufgabe von Change Management.

Change Management dient u.a. der besseren Akzeptanz des Projektergebnisses

Ob es auch eine Aufgabe für den Projektleiter ist, sich um den Change zu kümmern, hängt vom Umfang der Änderungen und der Anzahl der betroffenen Personen ab. Vermutlich macht es aber bei solchen Vorhaben immer Sinn, Spezialisten für das Thema Change Management mit an Bord zu holen.

Diese Erkenntnis ist zwar nicht neu, aber in letzter Zeit wird nicht nur darüber geredet, sondern auch konkret gehandelt. Change Management ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Projekte in der Zukunft.

Unser Tipp: Sorgen Sie bei Änderungsprojekten von Beginn an dafür, dass die von den Änderungen betroffenen Personen richtig vorbereitet und auch begleitet werden.

Trend 6: Das PMO wird strategischer

Das PMO kommt immer stärker in die Verantwortung bei der Umsetzung strategischer Vorgaben. Dabei ist es organisatorisch im besten Fall als Stabsstelle mit direktem Zugang zur Unternehmensführung aufgehängt.

Für die erfolgreiche strategische Kapazitätsplanung sind in dem Zusammenhang eine unternehmensweite Ressourcenübersicht und ein gutes Skill-Management nötig. Geeignete Ressourcen gilt es, zu finden oder auszubilden, und sie sind künftig noch dynamischer den strategisch bewerteten Projekten zuzuordnen.

Zunehmende Verantwortung des PMO bei der strategischen Kapazitätsplanung und dem Portfoliomanagement (hier am Beispiel von TPG PortfolioManaqer)

Beim Portfoliomanagement ist vom PMO künftig mehr auf den Abbruch von weniger sinnvollen Projekten hinzuwirken. Durch einen gezielten Projektabbruch werden Mitarbeiter rechtzeitig für höher priorisierte Projekte frei.

Der Begriff „fail cheap“ ist nicht neu, in diesem Zusammenhang aber besonders wichtig: Ein Scheitern früh zu erkennen und die Konsequenzen daraus zu ziehen, bevor der Schaden noch größer wird, unterstützt den künftig erforderlichen Kulturwandel für ein erfolgreiches Scheitern von Projekten.

Unser Tipp: Sorgen Sie von oben herab dafür, dass gescheiterte Projekte rechtzeitig erkannt und abgebrochen werden können. Das bedarf eines Kulturwandels im gesamten Unternehmen, der den Projektleitern die Angst vor dem Scheitern nimmt.

Die Umfrage im TPG Webinar am 26.01.2022 ergab zu den künftig gewünschten Aufgaben des PMO im Unternehmen die in der folgenden Grafik dargestellten Ergebnisse:

Unter den gewünschten Aufgaben führt die „Unterstützung der Projektleiter“ vor „Standardisierung und Berichten“, „Mitwirkung beim Portfoliomanagement“ und „Koordination des Ressourcenmanagements“. Alle vier Punkte werden von über 50 % der 270 Teilnehmenden am Webinar gewünscht.

PMOs müssen sich künftig auf diese Änderungen einstellen:

  • Stärkere Bindung an die Führungsetage / Geschäftsführung
  • Nicht nur Standards schaffen und Berichte erstellen
  • Mehr Koordination beim Ressourcenmanagement
  • Stärkere Einbindung im Portfoliomanagement
  • Flexibler Einsatz der PM-Methoden
  • Individuelle Beratung und Unterstützung der Projektleiter bei klassischen, agilen oder hybriden Prozessen und Methoden für den richtigen Mix
  • Aus den Lessons Learned sollen Erfahrungen adaptiert und laufend Anpassungen in den PM-Guide übernommen werden

Trend 7: PM-Tools werden einfacher nutzbar

Schon jetzt können Sie im Projektumfeld weitaus einfacher als früher mit PM-Tools starten. Möglich wird dies durch die sehr flexible Nutzung von Angeboten in der Cloud.

Die Tools:

  • lassen sich einfacher nutzen, weil keine Installation erforderlich ist
  • ermöglichen eine einfachere Abrechnung durch monatliche Lizenzierung pro Nutzer
  • machen weniger Umstände mit firmenübergreifenden Zugängen
  • ermöglichen ein besseres Zusammenarbeiten
  • bieten die Möglichkeit, verschiedene Tools fallbezogen zu nutzen
  • lassen sich einfacher starten und flexibler nutzen in der Cloud

Unser Tipp: Informieren Sie sich über geeignete Cloud-basierte Tools für Ihr (Multi-)Projektmanagement, z.B. in Webinaren oder auf YouTube. Lassen Sie sich die Möglichkeiten live vorführen und fragen Sie nach Testversionen. Oft ist der Einstieg deutlich günstiger als gedacht, auch für sehr leistungsfähige Produkte.

Zusammenfassung: Projektmanagement-Trends

In diesem Artikel haben Sie erfahren, welche Projektmanagement-Trends aus unserer Sicht derzeit abzusehen sind. Ein besonderes Augenmerk liegt vor allem auf Bereichen wie Ressourcenplanung, Kollaboration, Rollen, Methodik und Tools.

Zum Abschluss hier nun alle sieben Projektmanagement-Trends auf einen Blick:



Sehen Sie hier ein passendes Webinar zum Thema Meeting für das Projektportfoliomanagement.


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Johann Strasser, The Project Group

Johann Strasser
Dipl.-Ing., ist seit 2001 geschäftsführender Gesellschafter bei TPG The Project Group

Nach mehrjähriger Erfahrung als Entwicklungsingenieur im Automotive- und Energiesektor arbeitete Johann Strasser für zehn Jahre als selbständiger Trainer und Berater im Bereich Projektmanagement. In dieser Zeit war er zudem als Projektleiter für Softwareprojekte in der Bauwirtschaft tätig und unterstützte Großbauten im Rahmen von Termin- und Kostenmanagement. Bei TPG fließt seine Expertise in die Produktentwicklung und in die Beratung internationaler Kunden. Besonderen Fokus legt er auf die Themen Project Management Office, Projektportfolio, hybrides Projektmanagement und Ressourcenmanagement. Sein Wissen gibt er seit vielen Jahren in Form von Vorträgen, Seminaren, Artikeln und Webinaren weiter.

Mehr über Johann Strasser auf Linkedin oder Xing.


Anna Pauels
Content Marketing Professional

Anna Pauels war bereits als Redakteurin und Fotografin für die ARD, ProSieben, den Münchner Merkur, die tz und diverse Lifestyle-Magazine tätig. Heute arbeitet Anna Pauels als Content Marketing Professional im Team von TPG The Project Group, pflegt unter anderem den Deutschen und Französischen Blog als auch die Social Media Kanäle und den monatlichen Newsletter.

Mehr über Anna Pauels auf LinkedIn oder Xing

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1 Kommentar

  1. Jürgen Saeftel am

    Aus meiner Sicht sind drei Trends und Bedürfnisse aus dem Blickwinkel einer F&E-Abteilung im Maschinenbau-Mittelstand besonders wichtig:

    1) Vollständige Ressourcenplanung gewünscht – Beschränkung auf das Planen der Engpass-Ressourcen (einschließlich der wesentlichen Zuliefer-Ressourcen zum Engpass) erleichtert die Umsetzung

    2) Wer Wissen teilt, kommt weiter – Engpass-Ressourcen mehrfach vorzuhalten bleibt wichtig und zugleich ein besonders schwierig zu erreichendes Ziel, wenn (wie so oft) die bereits überlastete Engpass-Ressource zugleich die einzige Möglichkeit für Einarbeitung und Fortbildung beim Teilen des Wissens ist

    5) Mehr Kundenaufträge mit agiler Umsetzung – wenn man agil nicht allzu sehr an das „Agile Manifest“ anbindet, sondern Agilität in der Produktion durch TOC-Anwendung „Theory of Constraints“ bzw. in der Forschung und Entwicklung durch CCPM „Critical Chain Project Management“ anstrebt, dann wird das ursprüngliche Ziel erreichbar.
    Das vermeidet die als Trend 6) „Ergebnisoffenheit kann auch Treffsicherheit bedeuten“ formulierte Hilfskonstruktion. Eine solche, ergebnisoffene Arbeitsweise kann ich mir außerhalb von Universitäten nur als ökonomisch unbedeutende Nische vorstellen. Deshalb glaube ich persönlich nicht daran, dass sich Trend 6 längerfristig etablieren wird.

    Die Umformung von realen Firmen weg von klassischer Arbeitsweise hin zu „Agilen Teams mit flexiblem Zielen“ zu probieren, halte ich für schwieriger und mit einem höheren Risiko des Scheiterns verbunden, als es ein Wandel zu TOC / CCPM wäre. Die – von einem Physiker entwickelten – Methoden TOC und CCPM akzeptieren die vorgegebene Zieldefinition und lassen sie unverändert. Es werden reale Hürden adressiert, und dadurch kommt man zu agilen Ergebnissen: gleichbleibende Ressourcen beenden in gleicher Zeit erheblich mehr Projekte. Der daraus entstehende ökonomische Nutzen ist innerhalb von Firmen ein weithin akzeptierter Treiber für Veränderungen.

    Vielleicht wird ein Trend des kommenden Jahres lauten „TOC und CCPM sind auf dem Vormarsch“ und ein abgeleiteter Trend lautet „Hersteller von Projektmanagement-Tools unterstützen zunehmend die Abbildung der Kritischen Kette mit daraus abgeleiteter Multiprojektplanung“

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