Willkommen zu einer neuen Folge des TPG Podcasts!
Heute geht es um ein Buch, das zeigt, wie spannend und menschlich Projektmanagement sein kann – selbst, wenn es ums Überleben geht. Mein Gast ist Claudia Lampert, zertifizierte Projektmanagerin, Autorin und Trainerin. Sie hat ihr neues Buch „Überleben mit Projektmanagement“ gerade auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt.
Worum geht es? In diesem außergewöhnlichen Business-Roman strandet ein Team von Unternehmensberaterinnen und -beratern auf einer einsamen Insel – und muss dort mit Projektmanagement-Wissen ums nackte Überleben kämpfen. Zwischen Konflikten, Führungsfragen und Teamdynamiken vermittelt Claudia praxisnahes PM-Wissen und macht gleichzeitig deutlich: Projekte scheitern nicht an Prozessen, sondern an Menschen
Das Buch kombiniert eine fesselnde Geschichte mit einem integrierten eLearning-Kurs und über 100 Lernfolien – ein innovativer Ansatz, um Projektmanagement lebendig zu erleben und zu lernen.
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Tina Ciotola
Mit Claudia Lampert

Claudia Lampert ist zertifizierte und passionierte Projektmanagerin mit vielen Jahren Berufserfahrung in klassischen und agilen Projekten. Aufbauend auf ihr Studium der Kultur- und Wirtschaftswissenschaften sowie Management, führte sie zahlreiche Projektteams und sammelte wertvolle Erfahrungen in der Projektarbeit. Sie baute ihre Expertise in der Beratungsbranche, in einem Start-up, der freien Wirtschaft und im öffentlichen Dienst auf und ist aktuell im Projektcontrolling tätig.
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Podcast-Zusammenfassung: Überleben mit Projektmanagement – Ein Roman, der zeigt, woran Projekte wirklich scheitern
Projektmanagement entscheidet nicht nur über den Erfolg beruflicher Vorhaben – es kann im übertragenen Sinne sogar über das „Überleben“ eines Teams bestimmen. Genau das zeigt das außergewöhnliche Buch Überleben mit Projektmanagement von Claudia Lampert. Der Roman, der auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde, verbindet eine dramatische Abenteuergeschichte mit fundiertem Wissen aus der modernen Projektpraxis. Auf einer einsamen Insel gestrandet, kämpfen Beraterinnen und Berater nicht nur mit der Natur, sondern vor allem mit den typischen Herausforderungen, die jedem Projekt bekannt vorkommen: unklare Rollen, Machtfragen, Konflikte, Missverständnisse und der Umgang mit Stress. Die Geschichte wird zum Spiegel der Projektwelt — und macht gleichzeitig deutlich: Nicht Methoden lassen Projekte scheitern, sondern Menschen.
1. Projektmanagement als universelles Werkzeug – selbst im Dschungel
Eine Kernaussage des Romans lautet: Projektmanagement ist überall nützlich. Es hilft nicht nur im Büro, wenn es um Zeitpläne, Rollenverteilung oder Priorisierung geht, sondern ebenso im privaten Alltag. Ob Sie eine Feier planen, eine Reise vorbereiten oder eine größere Anschaffung organisieren – Sie tun all das eigentlich mit Projektdenken, nennen es nur anders. Genau deshalb hat die Autorin die Geschichte bewusst an einen „absurden Ort“ verlegt: eine einsame Insel, auf der ein Team mit Projektwissen ums blanke Überleben kämpft.
Die Metapher wird zur Botschaft: Wer PM versteht, kann Ordnung in Chaos bringen – selbst unter extremen Bedingungen. Die Figuren lernen schnell, dass Überleben nicht durch Echtholz-Werkzeuge, sondern durch Struktur ermöglicht wird: Aufgaben werden in Pakete geschnürt, Prioritäten gesetzt, Ressourcen verteilt. In dieser Konstruktion zeigt sich, wie elementar PM-Know-how ist, wenn ein Team sich orientieren muss. Gleichzeitig wird deutlich, wie oft im realen Berufsalltag die gleichen Mechanismen greifen – nur sind dort die Konsequenzen weniger dramatisch, aber genauso folgenreich.
2. Warum eine Geschichte mehr vermittelt als ein klassisches Fachbuch
Lampert wählte bewusst die Romanform, um zu zeigen, dass Projektmanagement nicht trocken, sondern lebendig, menschlich und emotional erfahrbar ist. Projekte bestehen aus Menschen – und Menschen handeln nie linear oder nach Checkliste. Eine fesselnde Geschichte aktiviert Emotionen, Bilder und Empathie. Sie ermöglicht, dass sich Konzepte intuitiv einprägen, weil sie im Kopf eine Verbindung zu Situationen herstellen, die man selbst kennen könnte.
Storytelling wirkt wie ein Katalysator für Lernen: Unser Gehirn verankert Wissen besser, wenn es in einem Kontext steht. Die Autorin beschreibt, dass sie selbst schon in der Schulzeit Inhalte leichter behalten konnte, wenn sie sie in Geschichten eingebettet hat. Nun setzt sie dieses Prinzip konsequent in ihrem Buch um. Neben der Handlung enthält das Werk rund hundert fett markierte Fachbegriffe, die am Ende jedes Kapitels erklärt werden. Der integrierte E-Learning-Kurs vertieft das Verständnis zusätzlich. So entsteht ein Dreiklang aus Unterhaltung, Fachwissen und Reflexion, der für Einsteiger wie Fortgeschrittene funktioniert.
3. Die Handlung: Ein Team, das erst scheitert – und dann wächst
Die Geschichte folgt einer Gruppe von Unternehmensberaterinnen und Beratern, die für einen besonders erfolgreichen Projekteinsatz mit einem Segeltörn belohnt werden. Während eines Strandausflugs taucht die Bootscrew allerdings nicht mehr auf. Das Team realisiert: Es ist gestrandet. Chaos entsteht. Niemand weiß, was passiert ist, Rollen lösen sich auf, Machtfragen werden laut, Unsicherheiten wachsen.
Im Mittelpunkt steht Linda, eine neue Praktikantin. Anfangs zurückhaltend und introvertiert, beobachtet sie viel, lernt still mit und findet zunehmend ihren Platz im Team. Ihre Entwicklung zeigt, wie wichtig es ist, Menschen wachsen zu lassen und ihnen zutrauen, Verantwortung zu übernehmen. Die Insel wird zur Projektwelt im Kleinformat: Erst dominieren Konflikte, Missverständnisse und unklare Zuständigkeiten. Doch mit der Zeit begreift das Team, dass es nur mit Struktur weiterkommt. Es beginnt, Aufgaben zu priorisieren, Arbeitspakete zu schnüren, Ressourcen sinnvoll zu nutzen und eine gemeinsame Richtung einzuschlagen.
Dieser Prozess verläuft nicht reibungslos. Die Figuren spiegeln reale Teamdynamiken: Führungsschwäche, übertriebener Ehrgeiz, verdeckte Machtspiele, aber auch Solidarität, Mut und gegenseitige Unterstützung. Lampert betont, dass sie keine Situationen erfunden hat, sondern alles auf Erfahrungen beruht, die sie selbst in Projekten erlebt hat.
4. Die Insel als Metapher für den Projektalltag
Die besondere Stärke des Romans liegt darin, dass die Insel wie ein Brennglas wirkt. Alles, was in Projekten stören kann, wird dort sichtbarer, härter, unausweichlicher.
So finden sich typische Projektprobleme wieder:
- Informationen werden versteckt oder unzugänglich abgelegt — im Roman ist es das Essen, im Büro vielleicht ein wichtiges Dokument.
- Ressourcen fallen plötzlich aus — auf der Insel durch einen Unfall, im Alltag durch Krankheit oder Kündigung.
- Doppelarbeit entsteht — weil niemand koordiniert oder kommuniziert, wer was übernimmt.
- Rollen sind unklar — und ein Machtvakuum führt zu Spannungen.
Diese Beispiele zeigen, wie schnell Projekte entgleisen können, wenn grundlegende Prinzipien wie Transparenz, Rollenklärung und Abstimmung nicht berücksichtigt werden. Die Insel bringt diese Herausforderungen auf eine existenzielle Ebene — und macht sichtbar, wie viel reale Projekte mit „Überlebenstraining“ gemeinsam haben.
5. Werte als unsichtbare Erfolgsfaktoren
Ein zentraler Gedanke des Romans lautet: Projekte scheitern nicht an Prozessen, sondern an Menschen. Und Menschen arbeiten besser zusammen, wenn sie Werte teilen.
Lampert beschreibt, dass sie bereits in extrem gut laufenden Projekten erlebt hat, wie sich eine konstruktive, motivierende Atmosphäre entfalten kann, wenn gemeinsame Werte gelebt werden: Respekt, Loyalität, Engagement, Zielorientierung. Diese Werte sorgen dafür, dass sich Teams unterstützen, Konflikte konstruktiv lösen und Verantwortung teilen.
Umgekehrt entstehen Spannungen oft dort, wo Werte verletzt werden. Das gilt im Roman wie im Arbeitsalltag. Transparenz, psychologische Sicherheit und gegenseitiges Vertrauen bilden die Basis funktionierender Zusammenarbeit. Die Insel zeigt, wie schnell Teams ohne diesen Rahmen auseinanderbrechen können — und wie kraftvoll sie werden, wenn diese Grundlagen stimmen.
6. Transparenz und psychologische Sicherheit als Basis guter Zusammenarbeit
Transparente Kommunikation ist das Rückgrat jedes erfolgreichen Projekts. Nur wenn Teams sich trauen, offen zu sprechen — über Fehler, Risiken, Sorgen und Ideen — kann sich eine konstruktive Dynamik entwickeln. Psychologische Sicherheit bedeutet, dass niemand befürchten muss, abgewertet oder bloßgestellt zu werden, wenn er etwas anspricht.
Der Roman macht deutlich, wie schwer es vielen fällt, offen zu kommunizieren, wenn Druck im Raum steht. Doch erst als die Figuren beginnen, Informationen zu teilen und aktiv miteinander in Austausch zu treten, entsteht Stabilität. Auch reale Projekte erleben genau dies: Sobald Kommunikation stockt, eskalieren Konflikte, Missverständnisse häufen sich und Entscheidungen werden fragil.
Die Insel wird so zum Lehrstück darüber, wie wichtig offene, klare Kommunikation und eine sichere Atmosphäre für den Projekterfolg sind — selbst oder gerade dann, wenn die Situation schwierig wird.
7. Klassisch, agil oder hybrid? – Die richtige Methode für den richtigen Kontext
Lampert setzt sich im Roman und im Gespräch mit der Frage auseinander, welche Projektmethoden wann sinnvoll sind. Sie betont, dass sowohl klassische als auch agile Ansätze ihre Berechtigung haben — abhängig von Art, Ziel und Kontext des Projekts. Bauprojekte funktionieren meist klassisch, während IT-Entwicklung häufig agil organisiert wird.
Sie warnt jedoch vor einem inflationären Gebrauch des Begriffs „hybrid“. Ein klassisches Projekt wird nicht automatisch hybrid, nur weil täglich ein Stand-up abgehalten wird. Ebenso wenig ist ein agiles Projekt hybrid, wenn später ein klassischer Prototyp gebaut wird. Entscheidend ist die bewusste Wahl der Methode und die Frage, ob das Unternehmen reif für den jeweiligen Ansatz ist.
Diese Reflexion zeigt, wie wichtig es ist, Methoden nicht blind anzuwenden, sondern sie bewusst im Kontext zu betrachten. Der Roman gibt dafür praktische Einblicke, ohne belehrend zu wirken.
8. Risikomanagement, Konfliktlösung und Retrospektiven – Die vergessenen Säulen
Viele Projekte scheitern nicht an mangelnder Kompetenz, sondern daran, dass essenzielle Bausteine unter Zeitdruck vernachlässigt werden. Dazu gehören Risikomanagement, frühzeitige Konfliktlösung und regelmäßige Reflexion.
Gerade diese Aspekte fallen häufig „unter den Tisch“, weil sie nicht als operative Arbeit wahrgenommen werden. Doch wer sie ignoriert, wird später mit deutlich größeren Problemen konfrontiert. Die Insel-Situation macht das drastisch sichtbar: Risiken, die ignoriert werden, wachsen schnell; Konflikte, die nicht gelöst werden, eskalieren; fehlende Reflexion führt dazu, dass dieselben Fehler wiederholt werden.
Der Roman regt zur Auseinandersetzung mit diesen Kompetenzen an und zeigt, wie wichtig sie für Stabilität und Fortschritt sind.
9. Persönliche Erfahrungen als Grundlage einer fiktiven Geschichte
Besonders faszinierend ist, dass die Geschichte weitgehend auf realen Erlebnissen der Autorin basiert. Sie schildert unter anderem Erfahrungen mit Mitarbeitenden, die unerwartet ausfallen, mit persönlichen Grenzerfahrungen wie einem Marathonlauf oder ihrer Tätigkeit als Rettungsschwimmerin, die im Roman an verschiedenen Stellen wieder auftauchen.
Auch eine eigene dramatische Erfahrung — eine Situation in Neuseeland, in der sie nach einer Wanderung nicht vom Boot abgeholt wurde — floss in die Gedankenwelt des Romans ein. Dadurch wirken viele Szenen authentisch und nah an der Realität.
Diese Verknüpfung aus persönlichen Erlebnissen und erzählerischer Freiheit macht den Roman glaubwürdig und hilfreich, weil er echte Emotionen und echte Projektprobleme miteinander verbindet.
Schluss
Überleben mit Projektmanagement zeigt eindrucksvoll, dass Projektmanagement weit mehr ist als eine Sammlung von Methoden. Es ist ein Werkzeug, das uns durch komplexe Situationen führt, Orientierung gibt und Teamarbeit stabilisiert. Die Geschichte erinnert daran, dass Menschen im Zentrum eines Projekts stehen — mit ihren Stärken, Schwächen, Werten und Emotionen. Projekte gelingen dort, wo Menschen miteinander arbeiten wollen, sich unterstützen und Verantwortung teilen.
Claudia Lampert verbindet in ihrem Roman auf einzigartige Weise Spannung, Realität und Lernwert. Sie zeigt, dass Projektmanagement nicht nur Werkzeuge bereitstellt, sondern auch eine Haltung vermittelt: umsichtig handeln, offen kommunizieren und gemeinsam Lösungen finden. Damit wird das Buch nicht nur zu einer unterhaltsamen Lektüre, sondern zu einer tiefgreifenden Einladung, Projektarbeit menschlicher, bewusster und wirksamer zu gestalten.
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