#146 Der Wandel – Change ist auch nur ein Projekt (Buchtipp)

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Change – für viele Unternehmen ist das heute Dauerzustand. Und doch: Veränderung bleibt oft anstrengend, unübersichtlich und emotional herausfordernd. Strategien scheitern, Mitarbeitende sind verunsichert, Führungskräfte überfordert.

Genau hier setzt das Buch „Der Wandel – Change ist auch nur ein Projekt“ an. Statt trockener Fachliteratur wählen die drei Autor:innen einen ganz anderen Weg: Sie kombinieren eine fesselnde Romanhandlung mit fundierter Analyse und echten Stimmen aus der Praxis. Im Zentrum steht dabei das magische Change-Dreieck – bestehend aus Projektmanagement, Führung und Powerskills. Ihre These: Change ist auch nur ein Projekt. Aber eben eines mit ganz besonderen Anforderungen.

Ich freue mich sehr, heute zwei der drei Autor:innen bei mir im Podcast begrüßen zu dürfen: Michaela Flick und Carsten Mende. Gemeinsam sprechen wir darüber, warum Veränderung oft so schwer fällt, wie man sie klüger gestaltet – und warum es sich lohnt, Change endlich als Projekt ernst zu nehmen.

Viel Spaß beim Zuhören!

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Und noch eine Bitte zum Schluss: Wir freuen uns, wenn Sie unseren Podcast mit 5 Sternen Bewerten und in Ihrem Netzwerk weiterempfehlen. Vielen Dank!

Tina Ciotola


Mit Michaela Flick

Michaela Flick ist begeisterte Projektmanagerin, Trainerin und Autorin für ihre Herzensthemen Projektmanagement, Führung – und Change. Seit fast 25 Jahren trainiert und coacht sie Fach- und Führungskräfte und begleitet ihre Kunden in Projekten unterschiedlicher Art als Sparringspartnerin. Sie ist zudem Delegierte der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. und Mitglied im Zertifizierungsbeirat der pm-ZERT. Es ist Michaela ein Anliegen, das Thema Projektmanagement mit allen Facetten in die Welt zu tragen mit besonderem Fokus auf den Bereich Powerskills! Als akademische Projektmitarbeiterin an der Hochschule Pforzheim unterstützt sie das Projekt TraFoNetz und macht dabei KMU in der Region fit in den Future Skills.

Hier geht es zum LinkedIn-Profil:
linkedin.com/in/michaela-flick

und Carsten Mende

Carsten Mende ist Projekt- und Veränderungsmanager aus Leidenschaft. Er hat zahlreiche Transformationsprojekte im HR-Bereich geleitet – von der Einführung neuer Systeme über den Aufbau von Shared Services bis zur Stabilisierung kritischer Prozesse. Sein Ansatz: komplexe Themen verständlich machen und in umsetzbare Strategien übersetzen, die Menschen wirklich mitnehmen. Als Brückenbauer zwischen HR, IT und Management sorgt er dafür, dass Veränderung nicht nur beschlossen, sondern auch gelebt wird.

Hier geht es zum LinkedIn-Profil:
linkedin.com/in/carsten-mende


Sprungmarken

00:00Intro 01:49Alles drin: Story, Know-how, Erfahrung 03:57Storytelling übersetzt wichtige Inhalte 10:49Change ist eben auch nur ein Projekt 14:04Typische Szene: die Mitarbeiterbefragung 16:53Das magische Change-Dreieck 18:44Die größten Schwächen in der Praxis 22:34Fokus PM-Kompetenzen – welche braucht es? 24:28Erfolgsfaktor Sichtbarkeit 27:29Was gibt es in puncto Führung zu beachten? 39:50Soft- bzw. Powerskills – warum sie so wichtig sind 42:11Viele Perspektiven: Die Interviews im Buch 43:55Kommunikationslücke Vision & Werte 50:16Fazit

Relevante Links / Downloads

Hier gehts zum Buch: https://www.linkedin.com/in/michaela-flick/?originalSubdomain=de oder über Amazon

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Podcast-Zusammenfassung:

Der Wandel – Change ist auch nur ein Projekt

Was Unternehmen aus dem Buch lernen können


Warum Change schwerfällt – und warum er trotzdem gelingen kann

Veränderung gehört heute zum Alltag von Unternehmen. Neue Technologien, ein dynamisches Marktumfeld und gesellschaftliche Trends machen es notwendig, Strukturen und Arbeitsweisen regelmäßig anzupassen. Doch obwohl Wandel unvermeidbar ist, löst er in vielen Organisationen Stress aus: Strategien scheitern, Mitarbeitende sind verunsichert und Führungskräfte geraten unter Druck.

Genau hier setzt das Buch „Der Wandel – Change ist auch nur ein Projekt“ von Michaela Flick, Matthias Flick und Carsten Mende und an. Ihr Ansatz ist ungewöhnlich: Statt trockener Fachliteratur kombinieren sie eine fesselnde Romanhandlung mit praxisnahen Analysen und Interviews. Der Roman dient dabei als Transportmittel für die zentralen Botschaften: Geschichten helfen, die Dynamiken, Stolpersteine und Erfolgsfaktoren von Veränderungsprozessen erlebbar zu machen.

Teil 1: Change ist ein Projekt – aber kein gewöhnliches

Die zentrale Botschaft lautet: „Change ist auch nur ein Projekt“. Was zunächst simpel klingt, verändert die Sicht auf Veränderung grundlegend. Erfolgreiche Change-Initiativen brauchen dieselbe Sorgfalt wie klassische Projekte: klare Ziele, definierte Rollen, ein strukturierter Ablauf und transparentes Erwartungsmanagement.

Doch Veränderungsprojekte unterscheiden sich in einem entscheidenden Punkt: Sie betreffen Menschen. Während klassische Projekte meist Prozesse oder Technologien verändern, geht es hier um Gewohnheiten, Arbeitsweisen und oft sogar um das Selbstverständnis der Mitarbeitenden. Das macht Change emotional. Angst vor Neuem, Unsicherheit über die eigene Rolle und Sorgen um den Arbeitsplatz gehören zu den größten Blockaden.

Im Podcast wird deutlich, dass diese emotionale Dimension häufig unterschätzt wird. Viele Projekte scheitern nicht an Technik oder Budget, sondern an mangelnder Akzeptanz.

Tipp: Planen Sie Change-Projekte mit derselben Professionalität wie technische Projekte – berücksichtigen Sie aber gezielt die Bedürfnisse, Sorgen und Motivationen der Beteiligten.

Teil 2: Das magische Dreieck des Change-Erfolgs

Das Buch führt das Konzept des „magischen Change-Dreiecks“ ein. Es zeigt, dass erfolgreicher Wandel nur gelingt, wenn drei Dimensionen bewusst zusammenspielen:
Projektmanagement, Führung und Power Skills.

1. Projektmanagement: Struktur schafft Orientierung

Change erzeugt Unsicherheit. Menschen wollen wissen: Warum passiert das? Was ändert sich für mich? Welche Schritte folgen wann? Ein strukturiertes Projektmanagement gibt Antworten und schafft Vertrauen.

Ein zentrales Element ist das Stakeholder-Management. Zu oft werden Betroffene erst spät informiert oder gar nicht eingebunden. Das erzeugt Widerstände und Gerüchte. Erfolgreiche Change-Projekte analysieren frühzeitig, wer betroffen ist, welche Interessen es gibt und wo Unterstützung oder Blockaden zu erwarten sind.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Definition von Erfolg. Häufig gibt es unterschiedliche Perspektiven: Für die Geschäftsführung bedeutet Erfolg vielleicht Kostensenkung, für Teams dagegen Stabilität oder bessere Zusammenarbeit. Werden diese Unterschiede nicht früh besprochen, entstehen Missverständnisse und Konflikte.

Tipp: Erstellen Sie zu Beginn eine Stakeholder-Landkarte und definieren Sie Erfolgskriterien gemeinsam. Transparenz verhindert Reibungsverluste und schafft Sicherheit.

2. Führung: Orientierung statt Mikromanagement

Führung ist der Hebel für erfolgreichen Change – und zugleich eine der größten Herausforderungen. Im Podcast wird deutlich, dass viele Führungskräfte in zwei typische Muster verfallen: Mikromanagement und Willkürentscheidungen.

Mikromanagement lähmt die Eigenverantwortung. Wer jede Entscheidung kontrolliert, erstickt Innovation und Demotivation ist vorprogrammiert. Genauso schädlich sind Willkürentscheidungen: Projekte werden nach Sympathie besetzt, nicht nach Kompetenz. Das führt zu Ungleichgewicht und ineffizienten Teams.

Erfolgreiche Führung im Change bedeutet, den Rahmen zu setzen, Ziele klar zu kommunizieren und gleichzeitig Freiräume für eigenständige Lösungen zu geben. Es geht darum, Orientierung zu schaffen – ohne die Mitarbeitenden ihrer Verantwortung zu berauben.

Tipp: Fokussieren Sie sich als Führungskraft auf das Was und Warum – und lassen Sie das Wie in den Händen der Teams. Vertrauen ist der Motor erfolgreicher Veränderung.

3. Power Skills: Kommunikation, Haltung und Mut

Die Autoren sprechen bewusst von Power Skills statt „Soft Skills“. Fähigkeiten wie Kommunikation, Empathie, Konfliktlösung und Motivation sind keine „weichen“ Faktoren – sie sind der Schlüssel zum Erfolg.

Besonders wichtig ist die eigene Haltung: Führungskräfte müssen wissen, wofür sie stehen und welche Werte ihr Handeln prägen. Diese Klarheit sorgt für Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Mut ist ein weiterer zentraler Erfolgsfaktor. Change bedeutet Unsicherheit, und diese lässt sich nur meistern, wenn Führungskräfte und Mitarbeitende bereit sind, Risiken einzugehen, Fehler einzugestehen und Neues auszuprobieren.

Tipp: Schulen Sie gezielt Power Skills – nicht nur bei Führungskräften, sondern in allen Teams. Reflexion, Feedback und Coaching helfen, Klarheit und Selbstvertrauen zu entwickeln.

Teil 3: Typische Stolpersteine – und wie man sie überwindet

Im Podcast werden mehrere Faktoren genannt, die Change-Projekte regelmäßig ausbremsen. Diese lassen sich in drei zentrale Bereiche unterteilen:


1. Silo-Denken blockiert Zusammenarbeit

Einer der größten Bremsfaktoren ist das Silo-Denken. Abteilungen verfolgen eigene Ziele, tauschen Informationen nur selektiv aus und arbeiten aneinander vorbei. Besonders in Veränderungsprozessen verstärkt das Unsicherheiten und Konflikte.

Der Podcast zeigt: Erfolgreiche Unternehmen setzen von Anfang an auf bereichsübergreifende Teams. Unterschiedliche Perspektiven werden bewusst genutzt, um bessere Lösungen zu entwickeln und breitere Akzeptanz zu schaffen.

Tipp: Fördern Sie interdisziplinäre Zusammenarbeit, indem Sie gemeinsame Ziele definieren und den Austausch über Abteilungsgrenzen hinweg aktiv gestalten.

2. Fehlende Übersetzung der Strategie

Visionen, Mission Statements und große Ziele sind wichtig – verlieren aber ihre Wirkung, wenn sie nicht „übersetzt“ werden. Für Mitarbeitende bleiben viele Change-Initiativen abstrakt, weil sie nicht wissen, was diese für ihren Alltag bedeuten.

Ein Beispiel aus dem Podcast: Wenn Unternehmen Sparmaßnahmen ankündigen, ist das für Mitarbeitende zunächst nur ein Schlagwort. Wird jedoch erklärt, dass Investitionen in eine neue Lösung langfristig Kosten sparen, sinken Ängste und Widerstände.

Tipp: Brechen Sie strategische Ziele konsequent auf die Ebene der Teams herunter. Erst wenn Mitarbeitende die Auswirkungen verstehen, entsteht echte Akzeptanz.

3. Fehlendes Projektmarketing

Change braucht Sichtbarkeit. Projekte, die nicht aktiv kommuniziert werden, verlieren schnell an Bedeutung. Häufig scheitert es daran, dass Erfolge nicht gezeigt, Fortschritte nicht geteilt und Meilensteine nicht gefeiert werden.

Der Podcast betont, dass gutes Projektmarketing kein Selbstzweck ist. Es stärkt die Motivation, vermittelt Sinn und hilft, Ressourcen zu sichern.

Tipp: Erzählen Sie die Geschichte Ihres Change-Projekts. Kommunizieren Sie Fortschritte regelmäßig und machen Sie Erfolge sichtbar – auch kleine.

Teil 4: Führung im Spannungsfeld zwischen Strategie, Emotion und Umsetzung

Führungskräfte im Change haben eine anspruchsvolle Aufgabe: Sie müssen strategisch denken, emotionale Dynamiken managen und konkrete Ergebnisse liefern. Dieses Spannungsfeld wird oft als Überforderung wahrgenommen, ist aber genau der Kern guter Führung.

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist Selbstreflexion. Wer die eigene Haltung kennt, trifft bessere Entscheidungen und kann authentisch kommunizieren. Coaching ist hier kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wertvolles Sparring, um blinde Flecken aufzudecken und neue Perspektiven einzunehmen.

Tipp: Investieren Sie bewusst Zeit in Selbstreflexion. Gute Führung entsteht nicht durch Aktionismus, sondern durch Klarheit – über sich selbst und die eigene Rolle.

Teil 5: Selbstwirksamkeit als Schlüssel

Der vielleicht wichtigste Gedanke des Podcasts lautet: Change gelingt nur, wenn alle Beteiligten Verantwortung übernehmen.

Statt passiv auf Anweisungen von oben zu warten, geht es darum, aktiv mitzugestalten. Eigeninitiative, Beteiligung und das Gefühl von Selbstwirksamkeit sind entscheidend. Oder wie es im Podcast heißt: „Ändere nicht das Spiel, lerne es zu beherrschen.“

Tipp: Fördern Sie eine Kultur, in der Mitarbeitende sich als aktive Gestalter begreifen. Geben Sie Freiräume, Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse.

Fazit: Change ist kein Sprint, sondern eine gemeinsame Reise

Der Podcast macht deutlich: Change ist komplex, aber kein Hexenwerk. Mit klaren Strukturen, empathischer Führung und starken Power Skills lassen sich Veränderungen erfolgreich gestalten.

Das Buch zeigt, wie Geschichten helfen, Herausforderungen besser zu verstehen und Handlungsempfehlungen praxisnah zu vermitteln. Die drei Autoren haben eine einzigartige Perspektive auf Change entwickelt, die Theorie und Praxis geschickt verbindet.

Change ist eben auch nur ein Projekt – eines, das uns alle betrifft. Wer die Menschen in den Mittelpunkt stellt, wird nicht nur den Wandel managen, sondern ihn aktiv gestalten.


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