PMI Insights: Die PMP-Zertifizierung im internationalen Umfeld

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+++ Weltweit anerkannt: die PMP-Zertifizierung als Qualitätsmerkmal +++

von Oliver F. Lehmann (PMP)

Im internationalen Umfeld kommt man als Projektmanager an der PMP®-Zertifizierung eigentlich kaum noch vorbei. Mit 714.491 aktiv zertifizierten PMPs in 196 Staaten (Stand: Ende Februar 2016) von A wie Afghanistan bis Z wie Zimbabwe steht das Project Management Institute (PMI®) weit vorne nicht nur bei der Anzahl der zertifizierten Projektmanager, sondern gehört überhaupt zu den ganz großen Namen in der Zertifizierung von Professionals weltweit. 39,9% der PMPs sind aus den USA, der Heimat des PMI, auf den nächsten Plätzen folgen China und Kanada. Deutschland steht im Ranking der Nationen mit 13.215 aktiv PMP-zertifizierten Projektmanagern an siebter Stelle.

Das Project Management Institute (PMI®) gehört zu den ganz großen Namen in der Zertifizierung von Professionals weltweit.

Ich weiß nicht ob man eine Verbindung zwischen Erfolgsquote und Zertifizierung herstellen kann, zumal der Projekterfolg ja auch an sehr vielen anderen Faktoren hängt.

Aber man kann definitiv sagen, dass sich zertifizierte Projektmanager leichter tun, die attraktiven und werthaltigen Projekte zu bekommen.

Ein Umstand, der sich nach übereinstimmenden Befragungsergebnissen auch im Einkommensvorteil zertifizierter Projektmanager niederschlägt.

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Das Ende von Terminologie-Wirrwarr: Standards helfen

In über drei Jahrzehnten, in denen ich Erfahrung im Projektmanagement im internationalen Kontext sammeln konnte, erscheinen mir die Vorteile einer Vereinheitlichung der Qualifizierung ganz offenkundig. Häufig habe ich in dieser Zeit Missverständnisse erlebt, die aufgrund unterschiedlicher Terminologie  und damit verbundener Herangehensweise entstanden sind.

Unterschiedlich genutzte Terminologien verursachen oft Missverständnisse, die die Unternehmen sehr teuer zu stehen kommen. Hier können nur Standards helfen.

Zu viele in unserer Branche verwechseln mit schöner Regelmäßigkeit zentrale Begriffe. Sie machen zum Beispiel einmal eine Deadline zu einem Meilenstein, im nächsten Moment wird dann wiederum ein Gate (Übergang zwischen zwei aufeinanderfolgenden Projektphasen) und jeder beharrt dann auf der Richtigkeit seiner Meinung.

Auch die Frage, was eine Work Breakdown Structure (WBS, deutsch: Projektstrukturplan, PSP) ist, wird oft unterschiedlich verstanden. Und die Frage, wie dieses Dokument erzeugt wird, schafft weitere Missverständnisse und Diskussionen.

Angesichts des Risikos von Zeitverlusten, Mehrkosten und ‑aufwänden und anderen Formen von Schäden, die Unternehmen durch solche vermeidbaren Konflikte entstehen, sollte das Interesse an Vereinheitlichung und Klärung groß sein.

Einheitliche Standards und Qualifizierungen gegen diese Standards können hier helfen. Und wenn dies über Grenzen von Unternehmen, Kulturen und Nationen hinweg geschieht, umso besser.

Insbesondere der PMBOK® Guide, der Kernstandard des PMI, kann diese Vereinheitlichung schaffen und im Fall von Disputen schnell Klarheit schaffen. Er ist übrigens auch eine der zentralen Grundlagen der PMP-Zertifizierung und entsprechend ein Inhalt jedes PMP-Vorbereitungsseminars.

PMBOK Guide + Handouts: PMP-Zertifizierung im internationalen Umfeld

PMBOK® Guide + Handouts

Standing von Projektmanagern mit PMP-Zertifizierung im internationalen Umfeld

Ein weiterer Aspekt ist das Standing von Projektmanagern im eigenen Unternehmen, aber auch bei Kunden, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern. Die internationale Ausrichtung der PMP-Zertifizierung schafft hier neue Verbindungen und Gemeinsamkeiten.

Mit der PMP-Zertifizierung setzen Projektmanager Erwartungen an Erfahrung, Professionalität und Kompetenz, und diese Erwartungen sind international dieselben.

Mit den drei Buchstaben hinter dem Namen verschaffen sich Projektmanager einen gewissen Vorschuss an Respekt; es sollte aber auch betont werden, dass sie diesen Respekt anschließend auch durch ihr Verhalten und ihre Ergebnisse als gerechtfertigt bestätigen müssen.

Internationale Einheitlichkeit der PMP-Zertifizierung

Das Project Management Institute betreibt einen großen Aufwand, diese Internationalität aufrechtzuerhalten und über Ländergrenzen hinweg Fairness sicherzustellen. Das fängt damit an, dass die Prüfung international einheitlich angeboten und durchgeführt wird.

Im Normalfall läuft die Prüfung als reiner Computertest in Prometric Testcentren (darunter vier in Deutschland in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München). Dies schließt den Einfluss prüfungsfremder Faktoren aus, wie zum Beispiel Sympathie/Antipathie eines Assessors mit einem Kandidaten.

Was Sie über die PMP-Zertifizierung wissen sollten? Hier erfahren Sie, wie die PMP-Zertifizierung abläuft, was geprüft wird, und vor allem: wie Sie sich optimal vorbereiten können!

Für mich als Trainer heißt das, dass ich dieselben Seminare zur Prüfungsvorbereitung, die ich hier in Deutschland durchführe, auch im Ausland geben kann. In den USA und Asien habe ich das auch tatsächlich schon getan.

Umgekehrt hatte ich in Deutschland Seminarteilnehmer, die die Prüfung dann in den Niederlanden, in Indien, Japan oder Singapur abgelegt haben. Da die Prüfung international einheitlich ist, gibt es hier keine Begrenzung für Trainer oder Seminarteilnehmer. Die Zertifizierung wird tatsächlich weltweit geschätzt.

Standardisierung durch internationale PMI-Teams

Für die große Aufgabe der Standardisierung werden beim PMI internationale Teams zusammengestellt, die ehrenamtlich Normen entwickeln, auf inhaltliche Richtigkeit prüfen und auch ganz klassisch Korrektur lesen. Aktuell zum Beispiel für den nächsten PMBOK® Guide 6th Edition.

Dasselbe gilt auch für die Zertifizierung. In den Gremien des PMI, in denen laufend neue Prüfungsfragen entwickelt und geprüft werden, sind Teilnehmer aus der ganzen Welt willkommen und tragen dazu bei, Einschränkungen durch nationale Sichtweisen oder gar Scheuklappen zu verhindern.

Was alle Teilnehmer in diesen Arbeitsgruppen verbindet, ist die grundsätzliche Wertschätzung von Professionalität und die Bereitschaft zu „Giving back to the profession“ – dem Berufsstand etwas Werthaltiges zurückzugeben.

Die PMP-Zertifizierung im internationalen Umfeld wird immer wichtiger

Projektmanagement befindet sich derzeit in einem dramatischen Wandel, und die weitere Internationalisierung stellt einen wesentlichen Bestandteil dieses Wandels dar.

Projektmanager aus Deutschland müssen sich einem weiter wachsenden internationalen Wettbewerb stellen. In dem bewerben sich meist junge und erfolgshungrige Projektmanager aus Ländern mit geringeren Einkommenserwartungen, als wir sie haben, um die interessanten Beauftragungen auch in Deutschland. Oft sind sie dabei erfolgreich.

Haben die Nase vorn: Projektmanager mit PMP-Zertifizierung im internationalen Umfeld

Ich denke, es ist wichtig, diese Herausforderung anzunehmen. Und immer wieder sollten wir schauen, dass wir dafür die richtigen Argumente auf unserer Seite haben, wie Qualifizierung, Erfahrung, Wissen und eine in Jahrzehnten gereifte Kultur. In dieser Kultur haben Dinge wie „Stakeholder-Management“ und „eingespielte Teams“ seit jeher einen hohen Stellenwert.

Für einen Projektmanager gehört die PMP-Zertifizierung definitiv zu dem Bündel von Maßnahmen, mit denen wir unsere Fitness für diesen Markt gegenüber Arbeit- und Auftraggebern belegen.

Im Vergleich zur Wertsteigerung am Markt sind die Kosten und der Aufwand der PMP-Zertifizierung für den Einzelnen, aber auch für sponsernde Unternehmen vergleichsweise gering.

Die Daten zur Gehaltsbefragung für Deutschland finden Sie unter dem Link auf den Seiten 88ff der internationalen Salary Survey des PMI.

Was ist Ihre Erfahrung im internationalen Umfeld? ich würde mich freuen, wenn Sie unterhalb dieses Artikels einen Kommentar hinterlassen.

Zum LinkedIn Profil von Oliver F. Lehmann, M.Sc., PMP

[„PMI“, „PMP“, „CAPM“, „PMBOK“ und das Registered Education Provider Logo sind eingetragene Warenzeichen des Project Management Institute, Inc.]

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