11 Schritte zum optimalen Microsoft Project Projektplan (Tutorial, auch mit Videos)

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+++ Schritt-für-Schritt-Tutorial, wie Sie einen optimalen Microsoft Project Projektplan erstellen +++ Was Sie als Einsteiger beachten sollten +++ 

von Johannes Koschinski

Sie sind MS Project Einsteiger oder denken über eine MS Project Einführung nach? Dann ist dieses Microsoft Project Tutorial genau die richtige Lektüre für Sie. In 11 einfachen Schritten lernen Sie die wichtigsten MS Project Grundlagen kennen, um Ihren Projektplan zu erstellen. Und – ganz wichtig – Sie werden typische Stolperfallen zu vermeiden wissen!

Die 11 Schritte des Tutorials im Überblick:

    1. Projektstart festlegen
    2. Vorgangsmodus festlegen
    3. Vorgänge anlegen
    4. Projektinhalte strukturieren
    5. Vorgangsdauer und Meilensteine eingeben
    6. Vorgänge verknüpfen
    7. Team zusammenstellen
    8. Ressourcen zuweisen
    9. Stichtage anstatt Vorgangseinschränkungen verwenden
    10. Basisplan speichern
    11. Projektsammelvorgang einblenden

Schritt 1: Projektstart festlegen

Nachdem Sie Ihr Projekt erstellt haben starten Sie mit Schritt 1 unseres Microsoft Project Tutorials – der Eingabe des Anfangstermins. Das ist besonders wichtig, da MS Project standardmäßig den Anfang aller neu erstellten Vorgänge auf das Projektstartdatum setzt. Das heißt konkret: Die Berechnung des gesamten Projektes basiert auf dem Projektanfangstermin.

Alternativ haben Sie übrigens auch die Möglichkeit, das Projektenddatum einzugeben. In diesem Fall berechnet MS Project das Projektstartdatum automatisch.

Bitte beachten Sie: Generell sollten Sie die Berechnung des Projektendtermins nicht während der Projektausführung verwenden. Verzögerungen können nämlich dazu führen, dass Vorgänge in die Vergangenheit verschoben werden.

In einer frühen Planungsphase hingegen kann es hingegen sinnvoll sein, die Planung mit der Berechnung des Endtermins aufzusetzen. Denn dadurch können Sie sich ein theoretisches Startdatum berechnen lassen und erhalten so wertvolle Hinweise, wann Sie mit dem Projekt beginnen sollten. Die Berechnung enthält dann jedoch keinen Puffer. Deshalb sollte anschließend wieder vom Projektanfangstermin gerechnet und einen Stichtag gesetzt werden (siehe Schritt 9).

Merke: 

Bei Berechnung des Projektanfangstermins starten alle Vorgänge so früh wie möglich. Dadurch wird der früheste mögliche Endtermin für das Projekt berechnet (Vorwärtsrechnung).

Bei Berechnung des Projektendtermins starten alle Vorgänge so spät wie möglich. Dadurch wird der späteste mögliche Anfangstermin für das Projekt berechnet (Rückwärtsrechnung).

Zum Setzen des Projektstartdatums ins Microsoft Project gehen Sie wie folgt vor:

  1. Erstellen Sie ein Projekt, oder öffnen Sie ein bestehendes Projekt
  2. Öffnen Sie die Registerkarte Projekt
  3. Aktivieren Sie die Schaltfläche Projektinformationen
  4. Wählen Sie im Feld Anfangstermin ein Datum aus oder geben Sie das Datum manuell ein
  5. Bestätigen Sie mit OK
Öffnen der Projektinfo zum Setzen des Projektanfangstermins

Abbildung: Öffnen der Projektinfomationen zum Setzen des Projektanfangstermins

Sollten bereits Vorgänge in Ihrem Projektplan vorhanden sein, werden Vorgänge, die keinen Vorgänger haben, auf den Projektanfangstermin gesetzt.


Schritt 2: Vorgangsmodus festlegen

Bevor Sie mit dem Erstellen von Vorgängen beginnen, ist es wichtig einen entsprechenden Planungsmodus festzulegen. MS Project bietet hier zwei unterschiedliche Varianten:

Manuell geplant (Standardeinstellung)

  • Starttermin, Endtermin und Dauer werden vom Projektleiter festgelegt. Diese Angaben
    werden von Microsoft Project nicht geändert
  • Es werden Warnhinweise angezeigt, wenn die eingegebenen Werte zu Terminkonflikten führen

Automatisch geplant

  • In diesem Modus berechnet MS Project die Vorgänge anhand von Anordnungsbeziehungen,
    Einschränkungen, Kalendern und anderen Planungsfaktoren

Unser Tipp: Legen Sie den Modus Automatisch geplant als Standard fest und greifen nur bei Bedarf auf manuell geplant zurück. Ein Umstellen des Planungsmodus ist jederzeit möglich

Dabei haben Sie die Wahl: Der Vorgangsmodus kann entweder für

  • alle neuen Projekte,
  • für ein einzelnes Projekt oder
  • für einzelne Vorgänge innerhalb eines Projektes definiert werden.

Um z.B. den Vorgangsmodus für alle neuen Projekte festzulegen klicken Sie in MS Project auf Datei > Optionen > Terminplanung.

Wählen Sie im Bereich Planungsoptionen für dieses Projekt im Dropdown Alle neuen Projekte. Anschließend können Sie unter Neu erstellte Vorgänge den gewünschten Planungsmodus auswählen.

Terminplanungsoptionen in MS Project

Abbildung: Terminplanungsoptionen in MS Project

Außerdem können Sie unterhalb der Eingabetabelle Ihres Projektplans den Modus für ein einzelnes Projekt ändern oder den Vorgangsmodus einzelner Vorgänge über die Spalte Vorgangsmodus anpassen.

Ändern des Planungsmodus für einzelne Projekte oder Vorgänge

Abbildung: Ändern des Planungsmodus für einzelne Projekte oder Vorgänge


Schritt 3: Vorgänge anlegen

Im nächsten Schritt können Sie bereits mit dem Erstellen der einzelnen Vorgänge beginnen.

Überlegen Sie sich zunächst, welche Aufgaben notwendig sind, um Ihre Projektziele zu erreichen.

Unser Tipp: Bei der Eingabe von Vorgängen sollten kurze, prägnante Namen gewählt werden, die die Aufgabe präzise beschreiben. Dies ist insbesondere wichtig, wenn Sie nicht nur mit der lokalen MS Project Version, sondern mit einem Project Server bzw. Project Online arbeiten. In diesem Fall können Mitarbeiter, die einem Vorgang zugewiesen werden, selbstständig darauf zurückmelden. Kurze, prägnante Namen sind leichter zu merken und erleichtern den Rückmeldeprozess.

Definieren Sie die Tätigkeiten stets in der Gegenwart.

Benennen Sie einen Vorgang also beispielsweise „Datenbankanwendung entwickeln“ oder „Spezifikation schreiben“ und Meilensteine z.B. „Spezifikation erstellt“ oder Ähnliches.

Natürlich bietet MS Project verschiedene Möglichkeiten, Vorgänge anzulegen:

Sie können Vorgangsnamen in der Eingabetabelle eingeben, oder Schaltflächen in der Registerkarte Vorgang verwenden:

Verschiedene Möglichkeiten zur Vorgangsanlage

Abbildung: Verschiedene Möglichkeiten, Vorgänge anzulegen


Schritt 4: Projektvorgänge strukturieren

Eine logische und inhaltliche Aufgliederung ist in einem sauberen Projektplan unabdingbar.

MS Project bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihren Projektplan durch Ein- und Ausrücken der Vorgänge über die sogenannten Sammelvorgänge zu strukturieren.

Hier weisen Sie Vorgänge sogenannten Sammelvorgängen zu, die den Phasen Ihres Projektes entsprechen.

Der Vorteil: Bei „automatisch geplanten“ Sammelvorgängen werden Werte wie Dauer, Arbeit, Anfang, Ende und Kosten auf Basis der darunterliegenden Vorgänge berechnet. Sie haben also immer den Überblick über die einzelnen Phasen, ohne zwangsläufig alle Vorgänge betrachten zu müssen.

Und so einfach geht’s:

  • Sie können entweder die gewünschten Vorgänge markieren und über die Pfeile in der Registerkarte Vorgang ein- bzw. ausrücken, oder
  • die Pfeile per Rechtsklick auf einen Vorgang verwenden.
  • Für Fortgeschrittene bietet sich auch die Möglichkeit, die Vorgänge per Tastatur Shortcut (ALT + SHIFT + Pfeiltasten) ein- und auszurücken.
 Verschiedene Möglichkeiten zum Einrücken von Vorgängen

Abbildung: Verschiedene Möglichkeiten, Vorgänge einzurücken

Nachdem Sie Ihre Vorgänge strukturiert haben, können Sie Ihre Ansicht noch weiter anpassen und sich nur Vorgänge bestimmter Ebenen anzeigen lassen.

Wenn Sie zum Beispiel nur einen Überblick über die Phasen wünschen, können Sie die Ansicht ganz einfach auf die erste Gliederungsebene beschränken. Wechseln Sie dazu in die Registerkarte Ansicht und aktivieren Sie die Schaltfläche Gliederung. Wählen Sie anschließend die gewünschte Gliederungsebene aus.

Auswählen einer GliederungsebeneAuswählen einer Gliederungsebene

Abbildung: Auswählen einer Gliederungsebene

Lesen Sie auch: Alles was Sie zum Projektstrukturplan (PSP) wissen müssen!


Schritt 5: Vorgangsdauern und Meilensteine eingeben

Nachdem Sie in den vorigen Schritten alle notwendigen Vorgänge angelegt und strukturiert haben, stellt sich die Frage nach den jeweiligen Dauern der Vorgänge. Konkret: Wie viel Zeit ist notwendig, um die einzelnen Vorgänge abzuschließen?

So legen Sie die Dauer der Vorgänge fest:

Gehen Sie dazu in das Feld Dauer die entsprechende Anzahl an Tagen ein. Eine mehr oder weniger granulare Eingabe (z.B. Stunden oder Wochen) ist ebenfalls möglich, empfiehlt sich jedoch nur in Ausnahmefällen.

Das Ende der Vorgänge wir nun automatisch auf Basis der festgelegten Arbeitstage berechnet. Falls Sie arbeitsfreie Tage nicht berücksichtigen möchten, können Sie das Kürzel f (fortlaufende Dauer) verwenden (z.B. 10fT) Dies ist hielfreich bei passiven Vorgängen wie z.B. der Trocknungszeit von Beton, die unabhängig von Feiertagen ist. Die Dauer von Vorgängen kann (mit einem Doppelklick auf den Vorgang) außerdem über die Vorgangsinformationeneingegeben werden.

Tipp: Geben Sie Start- und Endtermine für Vorgänge nicht manuell ein. MS Project berechnet diese Informationen automatisch basierend auf Projektanfangstermin, Vorgangsdauern und Verknüpfungen.

Abbildung: Dauer eingeben (Projektplan Beispiel)

Abbildung: Dauer eingeben

Merke:  

  • Dauer ist die Zeitspanne, die erforderlich ist, um einen Vorgang zu erledigen – nicht die Anzahl der Stunden oder Tage an erforderlicher Arbeit
  • Standardmäßig weist MS Project eine geschätzte Dauer von 1 Tag? zu (kann in den Optionen geändert werden)
  • Planen Sie Aufgaben durch die Eingabe der Dauer und entsprechenden Verknüpfungen von Vorgängen mit Vorgänger- und Nachfolgerbeziehung
  • Verwenden Sie den Planungsmodus automatisch geplant und lassen Sie MS-Project die Anfangs- und Endtermine berechnen

 

So definieren Sie Ihre Meilensteine:

Bei der Eingabe von Dauern können wir übrigens auch Meilensteine definieren. Ein Vorgang wird nämlich automatisch zu einem Meilenstein, wenn Sie die Dauer 0 eingeben. Meilensteine definieren die wichtigsten Eckpfeiler in Ihrem Projekt und werden üblicherweise jeweils am Ende einer Phase platziert.

Meilensteine erstellen

Abbildung: Meilensteine erstellen


Schritt 6: Vorgänge verknüpfen

Beim Erstellen von Vorgängen haben Sie sicherlich schon festgestellt: Alle Vorgänge starten am Projektanfangstermin.

Nun geht es darum, die logischen Abhängigkeiten der Vorgänge mit Verknüpfungen auf die Zeitachse umzusetzen. Zum Beispiel kann ein Entwickler erst mit der Entwicklung einer Anwendung beginnen, wenn die dazugehörige Spezifikation fertiggestellt worden ist (auf Zuruf klappt das bekanntlich nicht so gut 😉).

Das heißt, es geht dabei um eine sequenzielle Abfolge unserer Vorgänge. Hier kommen sogenannte Ende-Anfang-Beziehungen ins Spiel.

Wählen Sie aus unterschiedlichen Verknüpfungsarten

MS Project bietet Ihnen für spezielle Szenarien aber auch die Möglichkeit zwischen verschiedenen Verknüpfungsarten zu wählen. Hier eine Übersicht:

verschiedenen Arten der Vorgangsbeziehungen - Microsoft Project Projektplan

Abbildung: die verschiedenen Arten der Vorgangsbeziehungen

Jetzt wählen Sie die Vorgänge aus, die verknüpft werden sollen

Wie so oft in MS Project gibt es zur Verknüpfung von Vorgängen verschiedene Möglichkeiten:

  • Doppelklick auf den Vorgang > Registerkarte Vorgänger: Hier können Sie per Dropdown die jeweiligen Vorgänger des Vorgangs auswählen. Auch die Verknüpfungsart kann per Dropdown gewählt werden. Außerdem können Sie einen Zeitabstand festlegen. Dieser ist jedoch nicht als Puffer zu verstehen, der aufgebraucht werden kann, sondern als fixer Abstand (z.B. nach Malerarbeiten muss ein Zeitabstand von 2 Tagen eingehalten werden, damit die Farbe trocknen kann. Vorher können keine Bilder aufgehängt werden).
  • Direkteingabe der Vorgangsbeziehungen in der Spalte Vorgänger: Hier können die Vorgänger ebenfalls per Dropdown ausgewählt werden. Außerdem ist es möglich, die Zeilennummer des zu verknüpfenden Vorgangs direkt in der Zelle einzugeben. Andere Verknüpfungsarten als Ende-Anfang müssen per Kürzel hinter der Zeilennummer des verknüpften Vorgangs eingegeben werden (z.B. 1AA).
  • Mit der Maus im Gantt-Diagramm: Sie können eine Verknüpfung auch erstellen, indem Sie mit der Maus von einem Vorgang zum anderen ziehen. Hierbei wird automatisch eine Ende-Anfang-Beziehung erstellt. Mit einem Doppelklick auf die Verbindungslinie können Sie die Art der Verbindung und den Zeitabstand ändern.
Verknüpfung erstellen (Projektplan Beispiel)

Abbildung: Verknüpfung erstellen (Projektplan Beispiel)

  • Auswahl der Vorgänger und Nachfolger über Verkettungssymbol: Bei dieser Methode wählen Sie zwei Vorgänge aus und klicken auf das Verkettungssymbol in der Registerkarte Vorgang
Abbildung: Verknüpfung über Verkettungssymbol erstellen (Projektplan Beispiel)

Abbildung: Verknüpfung über Verkettungssymbol erstellen (Projektplan Beispiel)


Schritt 7: Ressourcen definieren

In den vorigen 6 Schritten haben Sie den zeitlichen Ablauf Ihres Projektes definiert. Um Ihre geplanten Termine einzuhalten sowie einen Überblick über Kosten und Material zu behalten, sollten Sie sich jetzt Gedanken über die notwendigen Ressourcen zur Umsetzung Ihres Projekts machen.

Planen Sie erstmal generisch

Zu Beginn der Projektplanung ist möglicherweise noch nicht klar, welche namentlichen Ressourcen Bestandteil Ihres Projektteams werden. Durch den Einsatz von generischen Ressourcen haben Sie die Möglichkeit, vorab Ihren Ressourcenbedarf zu evaluieren.

Und so geht’s:

Zum Anlegen von Ressourcen steht Ihnen in MS Project die Ressourcentabelle mit Ressourcenarten zur Verfügung. Hier können Sie in tabellarischer Form

  • Arbeitsressourcen,
  • Kostenressourcen und
  • Materialressourcen erstellen.

Klicken Sie zum Öffnen der Ressourcentabelle auf die Registerkarte Ansicht und aktivieren Sie die Schaltfläche Ressource: Tabelle.

Außerdem können Sie einen Standardsatz für Arbeitsressourcen festlegen. Damit werden beim Zuweisen der Ressource automatisch entsprechende Kosten berechnet. Bei Materialressourcen geben Sie Kosten pro Stück ein.

Mit Klick auf Spalte hinzufügen können Sie weitere Spalten, wie beispielsweise Generisch hinzufügen, um eine Ressource als generisch zu kategorisieren (z.B. Entwickler, Projektleiter usw.).

Ressourcen:Tabelle - Projektplan Microsoft Project

Abbildung: Ressourcen:Tabelle


Schritt 8: Ressourcen zuweisen

Sie haben mittlerweile Ihre Ressourcen zusammengestellt und möchten die entsprechenden Mitarbeiter nun ihren Vorgängen zuweisen.

Und so geht’s:

Wechseln Sie über die Registerkarte Ansicht und die Schaltfläche Gantt-Diagramm wieder zum Gantt-Diagramm. Hier haben Sie folgende Möglichkeiten, Ressourcen zuzuweisen:

  • Direkte Eingabe in Spalte Ressourcennamen
  • In der Registerkarte Ressource über die Schaltfläche Ressourcen
  • In der Detailansicht Vorgang: Maske. Wechseln Sie dazu in die Registerkarte Ansicht, setzen Sie den Haken bei Details und wählen Sie die entsprechende Ansicht aus. Die Maske wird anschließend unterhalb der Vorgangstabelle angezeigt und befindet sich immer im Kontext des jeweils ausgewählten Vorgangs.
Abbildung: Ressourcen zuweisen - Microsoft Project Projektplan

Abbildung: Ressourcen zuweisen

Merke:

Beim Zuweisen von Ressourcen wird die Arbeit berechnet (Spalte Arbeit). Die Berechnung erfolgt nach der Formel:

Arbeit = Dauer * Einheiten * Std/Tag

Beispiel: Die Dauer eines Vorgangs beträgt 5 Tage. Die Arbeitszeit beträgt 8 Stunden am Tag / 40 Stunden pro Woche. Die Ressource steht zu 100% für Projektarbeit zur Verfügung.

5 Tage (Dauer) * 1 (Einheiten 100%) * 8 Stunden (Arbeitszeit pro Tag) = 40 Stunden (Arbeit)

Sie möchten mehr zum Thema Ressourcenmanagement erfahren? Hier finden Sie zahlreiche Artikel zum Thema Ressourcenplanung – oder besuchen Sie unser Seminar Ressourcenplanung im Projektmanagement.


Schritt 9: Stichtage statt Vorgangseinschränkungen verwenden

Einige Ihrer Vorgänge und Meilensteine unterliegen vermutlich fixen Lieferterminen.

MS Project bietet die Möglichkeit, diese fixen Termine für Vorgänge und Meilensteine zu definieren. Dazu nutzen Sie die Einschränkungsart Muss enden am.

Das Problem an dieser Variante: Sie kann zu Inkonsistenzen in Ihrem Projektplan führen. Denn Enddaten verschieben sich nicht, wenn verknüpfte Vorgänger sich verzögern. Somit wäre es also möglich, dass ein Vorgang mit einer Einschränkung bereits vor dem Enddatum seiner Vorgänger beginnt.

Zum Glück gibt es für diesen Fall eine charmantere Lösung: das Erstellen von Stichtagen.

Bei der Verwendung von Stichtagen werden die entsprechenden Vorgänge bzw. Meilensteine nicht „festgesetzt“, sondern berücksichtigen Ihre logischen Verknüpfungen und verschieben sich gegebenenfalls entsprechend.

Aber keine Sorge: MS Project signalisiert in der Indikatorspalte sehr deutlich, wenn ein Stichtag nach aktuellem Planungsstand „gerissen“ wird. Damit können Sie als Projektleiter frühzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Außerdem wird der Stichtag im Gantt Diagramm mit einem grafischen Indikator (grüner Pfeil) angezeigt.

Unser Tipp: Zum Setzen von Stichtagen empfiehlt es sich, die Spalte Stichtag in die Eingabetabelle einzufügen. Alternativ können Stichtage auch in den Vorgangsinformationen gepflegt werden.

Stichtage erstellen - Microsoft Project Projektplan

Abbildung: Stichtage erstellen


Schritt 10: Basisplan speichern

Mit den vorigen Schritten haben Sie einen vollumfänglichen Projektplan. Bevor es mit der Umsetzung aber losgeht, sollten Sie noch den initialen Planungsstand abspeichern.

Denn wenn wir mal ehrlich sind, laufen die wenigsten Projekt zu 100% nach Plan – und Sie möchten sicherlich im Laufe des Projektes oder am Ende einen Vergleich zwischen Soll und Ist ziehen können.

Für einen solchen Soll-Ist-Vergleich bietet MS Project Ihnen die sogenannte Basisplan-Funktionalität. Diese erlaubt es Ihnen bis zu 11 Basispläne für Ihr Projekt zu speichern. Üblicherweise wird der erste Basisplan im Anschluss an die initiale Planung gespeichert. Während der Durchführungsphase können Sie aber weitere Basispläne speichern.

Basispläne - Microsoft Project Projektplan

Abbildung: Basispläne

Die Basispläne werden in separaten Basisplanspalten gespeichert. Die wichtigsten im Überblick:

  • Geplanter Anfang (0-10)
  • Geplantes Ende (0-10)
  • Geplante Dauer (0-10)
  • Geplante Arbeit (0-10)
  • Geplante Kosten (0-10)

Übrigens werden auch Abweichungen automatisch berechnet:

  • Abweichung Anfang
  • Abweichung Ende
  • Abweichung Dauer
  • Abweichung Arbeit
  • Abweichung Kosten

Und so geht’s:

Um einen Basisplan festzulegen, wechseln Sie in die Registerkarte Projekt und aktivieren zwei mal die Schaltfläche Basisplan festlegen. Wählen Sie den Basisplan aus, den Sie festlegen möchten und bestätigen Sie anschließend mit OK. Es ist auch möglich nur bestimmte Vorgänge im Basisplan zu speichern.

Abbildung: Basisplan festlegen

Abbildung: Basisplan festlegen

Tipp: Öffnen Sie die Ansicht Gantt-Diagramm: Überwachung, um Ihre aktuelle Planung dem Basisplan gegenüberzustellen. Der Basisplan wird in grauen Balken im Gantt-Diagramm angezeigt.

Sie möchten mehr über Basispläne erfahren? Hier haben wir weitere Artikel zum Thema für Sie:

 


Schritt 11: Projektsammelvorgang einblenden

Um das Gesamtprojekt im Auge zu behalten, empfiehlt es sich, den sogenannten Projektsammelvorgang einzublenden.

Dieser wird nach dem Einblenden in der Zeile 0 angezeigt und gibt wichtige Informationen wie Anfang, Ende, Arbeit, Dauer und Kosten für das Gesamtprojekt.

So behalten Sie stets den Überblick, ohne selbst rechnen zu müssen. Die Berechnung funktioniert übrigens genau so wie bei den Sammelvorgängen, nur in diesem Fall in Bezug auf alle Vorgänge in Ihrem Projekt.

Zum Einblenden des Projektsammelvorgangs wechseln Sie in die Registerkarte Format und setzen Sie den Haken bei Projektsammelvorgang in der Gruppe Einblenden/Ausblenden.

Abbildung: Projektsammelvorgang einblenden

Abbildung: Projektsammelvorgang einblenden

Zusammenfassung

In diesem MS Project Tutorial haben Sie gelernt, wie Sie in 11 kurzen Schritten einen Projektplan erstellen. Was ist zu beachten? Was sollten Sie vermeiden?

Sie kennen jetzt die richtige Reihenfolge beim Aufsetzen eines Projektes und wissen wie Sie:

  • einen Projektstarttermin festlegen
  • Vorgänge und Meilensteine anlegen, terminieren und strukturieren
  • Ressourcen definieren und auf Vorgänge zuweisen
  • fixe Termine behandeln sowie
  • Basispläne zur Erfolgskontrolle abspeichern

Sie wollen das Gelernte vertiefen, weitere wichtige Tipps erfahren und Ihre Fragen stellen? Dann werfen Sie doch einen Blick auf die Möglichkeiten des Seminars Microsoft Project lernen.

Hat Ihnen dieses Tutorial etwas gebracht? Es wäre schon, wenn Sie uns dazu einen kurzen Kommentar unten hinterlassen oder dort auch Ihre Fragen stellen. Wir antworten garantiert.

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diese Schritt Anleitung. Sie ist meiner Meinung nach ein guter Einstieg in die Thematik Projektpläne erstellen.

    • Tina Ciotola am

      Sehr geehrte Frau Hartl, vielen Dank für Ihr Feedback, das freut uns natürlich wenn Ihnen der Tipp beim Umsetzen helfen konnte! In Kürze gibt es passend dazu noch eine Videoanleitung, falls Sie noch bei einem der Schritte Frage hatten. Wann erfahren Sie über unsere sozialen Netzwerke oder über den monatlichen TPG Newsletter. Mit besten Grüßen, Tina Ciotola

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